Buslenker:innen im Streik – Was das für uns alle bedeutet
Wenn heute Früh plötzlich kein Bus kommt, ist das nicht nur nervig, sondern auch ein deutliches Zeichen. Ein Zeichen dafür, dass etwas nicht stimmt. Ein Zeichen dafür, dass Menschen für ihre Rechte kämpfen – und kämpfen müssen. In der Steiermark und in ganz Österreich haben letzte Woche Donnerstag Buslenker:innen gestreikt. Warum? Weil die Kollektivvertragsverhandlungen festgefahren sind, weil die Arbeitgeber:innenseite sich querstellt und weil faire Bezahlung und gute Arbeitsbedingungen immer noch nicht selbstverständlich sind.
Warum wurde gestreikt?
Seit Monaten wird verhandelt, oder besser gesagt gestritten. Rund 12.000 Busfahrer:innen in privaten Verkehrsunternehmen fordern höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen. Die Gewerkschaft vida spricht von einem untragbaren Zustand: Zu lange Arbeitszeiten, geteilte Dienste, unbezahlte Pausen – und das alles für einen Lohn, der immer weniger wert ist.
Was bietet die Arbeitgeberseite an? Eine Gehaltserhöhung, die unter der Inflation liegt, kombiniert mit schlechteren Bedingungen wie Dienste zu unbeliebten Zeiten sowie an Wochenenden und Feiertagen an anderer Stelle. Ein klassischer Fall von „mehr Schein als Sein“. Kein Wunder also, dass die Buslenker:innen sich das nicht gefallen lassen und heute früh die Notbremse gezogen haben.
Einschüchterung und Drohungen
Doch der Streik bleibt nicht ohne Reaktion. Während die Fahrer:innen für ihre Rechte kämpfen, gibt es von der Arbeitgeberseite Drohungen und Einschüchterungen. An manchen Standorten sollen Vorgesetzte mit Kündigungen gedroht haben, falls gestreikt wird. In anderen Fällen wurde noch vor Streikbeginn die Polizei gerufen, um Druck auszuüben . Menschen, die für eine faire Bezahlung kämpfen, werden eingeschüchtert und dazu gedrängt, ihre Rechte nicht wahrzunehmen.
Dass solche Methoden im Jahr 2025 immer noch an der Tagesordnung sind, ist nicht nur schockierend, sondern schlicht und einfach beschämend. In Österreich gilt das sogenannte Streikrecht, wonach Streiken erlaubt und eine Kündigung von Seiten der Arbeitgeber:innen rechtswidrig ist.
Ohne Öffis geht gar nichts
Und jetzt mal ehrlich: Ohne Busse und Bahnen geht nichts. Öffentliche Verkehrsmittel sind nicht nur eine nette Zusatzoption, sie sind essenziell. Sie bringen uns zur Arbeit, in die Schule, zu Freund:innen, zum Arzt – kurz: Sie halten unseren Alltag am Laufen (beziehungsweise am Fahren). Und gerade jetzt, wo es wichtiger denn je ist, klimaschonend zu agieren, sind sie wichtiger denn je. Öffentliche Verkehrsmittel sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken, egal ob in der Stadt oder im ländlichen Raum.
Doch während alle von der Verkehrswende reden, scheinen viele zu vergessen, wer den öffentlichen Verkehr überhaupt am Leben hält: die Menschen hinter dem Steuer. Die, die um vier Uhr früh aufstehen, die auch an Feiertagen arbeiten, die sich durch den Berufsverkehr kämpfen und die dabei die Verantwortung für Hunderte Fahrgäste tragen.
Was jetzt passieren muss
Es kann und darf nicht akzeptiert werden, dass Menschen so behandelt werden. Ein fairer Lohn ist kein nettes Gimmick, sondern muss eine Selbstverständlichkeit werden. Eine gerechte Bezahlung sorgt nicht nur dafür, dass Busfahrer:innen ihren Job gerne machen und in ihrem Beruf bleiben – sie garantiert auch, dass wir alle weiterhin pünktlich, sicher und umweltfreundlich ans Ziel kommen. Ohne öffentliche Verkehrsmittel steht das öffentliche Leben, wie wir es kennen, still.
Wer mit Kündigung droht, weil Angestellte ihre Rechte wahrnehmen, streicht nur noch deutlicher heraus, wie wichtig der Streik und wie unabdingbar die Unterstützung durch die Öffentlichkeit ist. Auch als Privatperson gibt es die Möglichkeit, sich künftigen Streiks anzuschließen. Jede Stimme, jede Geste der Solidarität zählt – denn gemeinsam sind wir stärker und erreichen unsere Ziele schneller!



