Kenne Deine Rechte

„Unsere Vielfalt ist unsere Stärke“ – CSD in Graz


Der Kalendersommer ist offiziell schon eingetroffen, doch in den Grazer Straßen herrscht alles andere als Hitzeträgheit . Durch diese führte nämlich am vergangenen Samstag die CSD-Parade, wo die Grazer und Grazerinnen mit Musik und Gelächter die Liebe in all ihren Formen und Farben feierten.

In den späten Vormittagsstunden waren beim Versammlungspunkt Grazer Oper schon die groben Umrisse einer bunten Meute erkennbar, darunter der Lautsprecherwagen der queer Referate Graz, die dieses Jahr schon zum fünften Mal in Graz die Pride Parade organisierten. Als dieser um Punkt zwölf anfing, Musik zu spielen, schwollen die Farbtröpfchen immer mehr zu einem lebendigen Regenbogenmeer an.

Um eins hörte man neben der Musik aus den Lautsprechern auch Reden der OrganisatorInnen, hier kam Karina von den queer Referaten zu Wort. Sie erzählte kurz die Geschichte des Christopher Street Day, dessen 49. Jahrestag diesen Donnerstag, 28. Juni, gefeiert wird. Sie lobte die Leistungen der LGBTQ+ Bewegung in Österreich, wie die Einführung der Ehe für alle, die im kommenden Jänner (endlich) bevorsteht. Zukünftige Ziele der Bewegung sprach Karina auch an, hier kamen die Schlüsselwörter „Personenstandsrecht“ und „Recht auf eigenen Körper“ vor.

Mit letzten ermutigenden Worten ging die Musik wieder los, das Regenbogenmeer brach in einen Fluss aus. Die CSD-Parade war eröffnet, angeführt vom Lautsprecherbus und selbstverständlich von einer riesigen Regenbogenflagge, die von mindestens vierzig fleißigen Helferlein getragen wurde.

Und Regenbögen waren natürlich nicht alleine unter den Farbenkombinationen: Neben diesem traditionell gewordenen Symbol für die Homosexualität waren hier auch die blau-violett-pinken Banner der Bisexualität zu sehen, und die pan- und asexuellen Fahnen waren auch vertreten.

Neben der gefeierten sexuellen Orientierungsvielfalt wurde hier das binäre Geschlechtersystem eindeutig in Frage gestellt.  Transgender, genderqueer und nonbinary Symbole waren erkennbar, sowohl an Wangen als auch an Fahnenstangen.

Eine gute Stunde marschierte die Polychromparade durch die Innenstadt, dann legte sie beim Griesplatz eine kurze Pause ein. Eine Vertretungsperson der Gender Garage machte nochmals auf die männlich-weiblich-Binarität aufmerksam, und auf jene, die in Österreich in dieses Bild nicht hineinpassen. Die Organisation AfroRainbowAustria, die LGBTQI+ Personen mit afrikanischem Migrationshintergrund vertritt, kam auch zu Wort.

Für den letzten Abschnitt vom Griesplatz bis zum Volksgarten wurde dann noch einmal tüchtig die Musik aufgedreht, es wurde getanzt, gesprungen, und mit Fähnchen in der Luft gewedelt. Auch interessierten PassantInnen wurde zugelächelt und zugewunken, denn das Recht, die Liebe zu feiern, bezieht sich nicht nur auf die farbenfrohen Mitmarschierenden. Als der Farbenfluss gegen drei in den Volksgarten strömt, klingt die Parade mit Lady Gagas „Marry The Night“ offiziell aus, das Parkfest der RosaLila PantherInnen stand an.

Hier konnten Besucher*innen am Samstagnachmittag verschiedene Stände besuchen, verschiedene Regenbogenprodukte betrachten, oder den verschiedenen Programmpunkten Aufmerksamkeit schenken. Auch möglich: Mit einem Eis in der Sonne liegen und in einer Atempause die Vielfalt in all ihren Formen genießen.


Das könnte dich auch interessieren