Kenne Deine Rechte

Wunschzettel an die Raucher/innen


Laut aktuellem Stand werden sich die VerfechterInnen des Rauchverbots in Österreich nicht durchsetzen können. Das schließt aber nicht aus, dass man als RaucherIn oder GelegenheitsraucherIn sein Konsumverhalten im Umfeld anderer beim nächsten Besuch in einem Lokal nicht überdenken sollte.

Die Freiheit von RaucherInnen in Lokalen ist ein Zeichen von Rücksichtslosigkeit gegenüber allen nichtrauchenden BürgerInnen. Schon wir Jugendliche werden mit der Selbstverständlichkeit des Rauchens im Gasthaus groß, und würden es ohne wissenschaftliche Beweise oder plädierende Gesundheitsverbände wohl gar nicht in Frage stellen und einfach akzeptieren. Was einmal so ist, bleibt auch so – so sind die meisten (unaufgeklärten) Menschen zu diesem Thema gestimmt und einer Veränderung gegenüber abgeneigt, könnte man meinen.

Was die Fakten zeigen

Laut einer Umfrage der Österreichischen Krebshilfe aus dem Jahr 2012 bezeichneten sich damals 38% der Österreicher als RaucherInnen, wovon 33% täglich zur Zigarette griffen. Die gute Nachricht: Der Trend geht nun zurück und beschränkt sich der derzeit auf 26% (Eurostat). Die schlechte Nachricht: Dennoch bleibt in der EU die häufigste Todesursache Lungenkrebs, der in 85% der Fälle vom Tabakkonsum ausgelöst wird. Abgesehen von den RaucherInnen sterben in Österreich täglich zwei bis drei Personen an den Folgen des Passivrauchens – damit gefährden sich vor allem Beschäftigte in der Gastronomie (der Standard).

Aus der Sicht der Gastronomie

Das Rauchverbot würde in allen öffentlich zugänglichen Einrichtungen gelten. Dabei stehen Lokale, Gasthäuser und Cafés im Vordergrund. Gasthäusern, die aus dem Getränke- und Zigarettenkonsum durch StammkundInnen große Gewinne schlagen, wäre der Verkauf von Tabakwaren zukünftig untersagt. Auf der anderen Seite steht eine große Menge Menschen, die sich über diese Reform freuen würden, nämlich die nichtrauchenden KonsumentInnen.

Wer aus jetziger Sicht wesentlich im Schutz seiner Gesundheit eingeschränkt ist, ist das bedienende Personal, das bei der Arbeit in abgetrennten Bereichen für RaucherInnen ständig passiv rauchen muss. Vor allem für jene, die mehrere Stunden am Tag in ihrem Beruf dem Rauch ausgesetzt sind, läge mir ein Rauchverbot in der Öffentlichkeit am Herzen.

Aus Sicht der Jugend und was das Rauchverbot bringen würde

Der hohe Konsum von Alkohol und Zigaretten in Österreich ist unter Jugendlichen immer noch präsent. Der Anteil derjenigen, die nicht nur ausprobieren oder gelegentlich rauchen, sondern jeden Tag zur Zigarette greifen, hält sich zwischen 10 und 15 Prozent. Aber nicht nur in Lokalen und beim Ausgehen, sondern vor allem in Schulen (Oberstufe) ist der Raucherplatz – egal ob es einen fixen gibt oder nicht – populär und in jeder großen Pause gut besucht.

Diese Problematik habe ich noch nie verstanden: Es ist für mich nämlich Teil des Bildungsauftrages, das Rauchen mittels Aufklärung ausführlich zu thematisieren und in der Schule zu verbieten. Natürlich spielen dabei auch die soziokulturellen Determinanten eines jeden einzelnen Kindes eine Rolle, zum Beispiel, welche Einstellung man von zuhause mitbekommen hat. Die ältere Generation sollte in Zukunft ein Vorbild für die Jugend sein.

Je weniger RaucherInnen es in Zukunft geben wird (und das würde meinen Wunsch erfüllen), desto weniger gesundheitliche Probleme und ansteigende Kosten für die Krankenkassen belasten die ÖsterreicherInnen. Daher gilt mein Weihnachtswunsch all jenen, die (noch) in Lokalen rauchen: Rauchverbot oder nicht – Würde kein Aschenbecher auf dem Tisch stehen, würde doch kaum jemand von euch im Winter in die Kälte hinausgehen. Das würde doch auch das allgemeine Rauchverhalten, die eigene Gesundheit und die Finanzen verbessern. Denn schließlich bleibt mir noch für all jene, die RaucherInnen als wesentlichen Wirtschaftsfaktor bezeichnen, zu sagen: RaucherInnen belasten den Staat durch die finanzielle Bewältigung der entstehenden gesundheitlichen Probleme mehr, als sie ihm durch Konsum der Tabakwaren einbringen.


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