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An Inspiring Day


Bereits zum sechsten Mal fand dieses Jahr das Crossroads Festival für Dokumentarfilm und Diskurs im Forum Stadtpark statt. Zahlreiche Filme und interessante Diskussionen, sowie tiefer Austausch der Gedanken prägten das Filmfestival. Am 3. Dezember endete das Festival nach 12 Tagen unter dem Motto „Inspiring People/ Inspiring Movements“.

Mit intensiven Gesprächen, unterschiedlichen Denkperspektiven und Erfahrungen begann der letzte Tag des Filmfestivals. Unter dem Titel „Welcome2Stay! – Wie können Abschiebungen verhindert werden?“ trafen Personen mit mehr und weniger Wissen über die Flüchtlingspolitik zusammen, Personen mit eigenem Bezug durch Bekannte oder Freundinnen/ Freunde, durch die Arbeit oder aus reinem Interesse. Manche der anwesenden Personen teilten die Erfahrungen, Gefühle und Geschichten, die sie durch Freundschaften mit Geflüchteten machten. Andere erzählten von ihrer Arbeit mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen. Die Erzählungen handelten von Familien, die getrennt wurden, von Personen, die aus Angst in ein anderes europäisches Land weiter flüchteten, von Personen, die sich bemühen und versuchen ein Leben aufzubauen. Es waren teils erschütternde Berichte, jedoch waren die Erzählungen nicht das einzige, über das geredet wurde.

Die Verantwortung der Medien, zu berichten oder es lieber zu lassen. Einzelfälle zu bearbeiten und denen zu helfen oder allen. Es gab einige Gegensätze, bei denen keiner so recht wusste, was das Beste wäre, und manche Fragen blieben offen. Dennoch waren die geteilten Erfahrungen und Gedanken inspirierend.

Nach den intensiven Gesprächen startete der erste Film. Unfractured handelt von Sandra Steingraber, einer Biologin, die mitbekommt, dass durch die Gewinnung von Schiefergas schädliche Chemikalien im Wasser ihrer Gemeinde freigesetzt werden. Durch Demonstrationen und Diskussionen mit der Gasindustrie versucht sie dem ein Ende zu setzen, jedoch ohne Erfolg. Sandra Steingraber beschließt nach Rumänien zu reisen, um andere Aktivisten und Aktivistinnen mit demselben Ziel zu treffen. Dabei wird sie verfolgt und von der Polizei mit Pfefferspray attackiert. Doch diese Ereignisse bringen sie nicht zum Aufgeben. Wieder zu Hause kämpft sie weiter gegen die Gasindustrie, beschädigt eine Gasspeicherstelle und wird schließlich verhaftet. Aber Sandra Steingraber gibt nicht auf. Der Film zeigt, wie wichtig es ist, für Dinge zu kämpfen, sich nicht geschlagen zu geben – aber auch welche Risiken man damit eingeht.

Die Geschichte des früheren britischen Diplomaten Carne Ross, der den Glauben an seine Regierung und Politik verlor, wird in dem Film Accidental Anarchist zum Ausdruck gebracht. Carne Ross hatte während der Untersuchungen zum Irakkrieg geheime Beweise weitergegeben, danach legte er sein Amt nieder und machte sich auf die Suche nach Alternativen zu den jetzigen Regierungssystemen. Zudem gründete er eine gemeinnützige diplomatische Beratungsgruppe, die Entwicklungsländer und Gruppen weltweit berät.

Abschließend wurde der Film Whose Streets? präsentiert, der die Ereignisse in Ferguson, Missouri, nochmals aufleben ließ, wo der junge Michael Brown von der Polizei erschossen wurde. (Polizei)gewalt und Rassismus gegen Afrikaner und Afrikanerinnen, Demonstrationen zahlreicher Aktivistinnen/ Aktivisten, Eltern und Künstlerinnen/ Künstler um leben zu dürfen – all dies wird behandelt. Der Film lebt von den mutigen Freiheitskämpferinnen/ Freiheitskämpfern und den Filmemachern Sabaah Folayan und Damon Davis, die für das Leben und die Gleichberechtigung kämpfen. Black Lives Matter!

Die gezeigten Filme, sowie die Gespräche mit den anderen Besucherinnen/ Besuchern, steckten voller Ehrgeiz, Hartnäckigkeit und Ausdauer. Denn für Gerechtigkeit zu kämpfen erfordert einiges.
Zu sehen, wie sich die Personen nicht einschüchtern oder abhalten lassen und für ihr Leben kämpfen, hat etwas sehr Inspirierendes an sich, das einen dazu verleitet, sich anschließen und gemeinsam für eine bessere Welt einsetzen zu wollen.


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