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Daten in falschen Händen machen unsere Gesellschaft verwundbar


Der vertrauensvolle Umgang mit Daten wird immer wichtiger, das bezieht sich nicht nur auf die Informationen über uns, die wir in Social Media teilen. Der Hackerangriff vergangenes Wochenende hat gezeigt, wie verwundbar eine Gesellschaft sein kann, wenn ihr digitales Herz angegriffen wird.

Vor wenigen Tagen gab es für viele Computernutzer/innen eine böse Überraschung. Ein Trojaner, der alle Dateien sperrt und nur gegen Lösegeld wieder freigibt, legte ganze Unternehmen lahm. IT-Experte und Geschäftsführer von Paragraph-Software Thomas Wieser dazu: „Ein Angreifer ist in einer gewissen Machtposition, sobald er die Daten gehackt hat.“ Den Betroffenen wird oft erst dann bewusst, dass sie zu fahrlässig waren. „Sollten Hacker sich irgendwann in ein Atomkraftwerk hacken und eine Lösegeldforderung stellen bzw. drohen, halb Europa zu verseuchen, dann wird wahrscheinlich jeder zahlen. Dieser Gefahr muss man sich bewusst sein.“

Die Firma Paragraph-Software bewegt sich hauptsächlich im Rechtsanwaltsgeschäft und stellt sicher, dass die Daten, die von Anwält/innen an Gerichte geschickt werden, sicher ankommen.

„Eine Hackerattacke wie vergangenes Wochenende hätte unser System nur indirekt betroffen, denn auch wenn der Kanzleibetrieb gestört wird, hat unsere technische Übermittlungsstelle nichts damit zu tun. Einzelne Kanzleien hätte es, wie bei jedem anderen Trojaner auch, treffen können.“

Heutzutage sind die Daten nicht mehr nur lokal oder in einem Netzwerk gespeichert, sondern alle Nutzer/innen wollen ihre Daten auch am Handy, Laptop oder Tablet zur Verfügung haben – die Nutzung zerstreut sich immer mehr. Doch um Akten mobil am Handy zu empfangen, braucht es gewisse Voraussetzungen. Für ihre Firewall zum Beispiel sind Anwälte selbst verantwortlich, Paragraph-Software ist allerdings dafür verantwortlich sicherzustellen, dass sie mit ihrer Software keine Sicherheitslücke aufmachen. Dabei geht es hauptsächlich um Fernwartung bei Problemen oder Erneuerungen und den Umgang mit Kundendatenbanken.

Eine solche Software, wie sie Paragraph-Software anbietet, ist für Anwälte in Österreich verpflichtend, um mit Gerichten kommunizieren zu können. Die Firma hat sich dank ihrer regionalen Stärke vor allem im Grazer Raum einen Namen gemacht.

Augenmaß zählt

„Es geht immer sicherer und besser, aber das ist dann eben auch teurer“, so Wieser. Doch Sicherheit der Daten eines Unternehmens ist durchaus leistbar. „Es geht immer um die Relation zwischen abgewandtem Risiko und verfügbarem Budget, demnach muss man entscheiden, welche Investitionen sinnvoll sind. „Bevor ich eine Versicherung gegen Trojaner abschließe, würde ich die Prävention bevorzugen und mich um meine Daten kümmern.“ Denn oft verursacht ein solcher Angriff mehr Schaden als die gesamte Prävention gekostet hätte. Die Meinung „meine Daten kann eh niemand brauchen“ teilt Wieser grundsätzlich, „im Internet hinterlässt man sowieso immer und überall Spuren, aber vor allem bei den Sozialen Medien wäre ich extrem vorsichtig.“ Laut Wieser ist es auch verwunderlich, dass E-Mails als sicheres Kommunikationsmittel gesehen werden, denn mit genügend Energie sind E-Mails ein offenes Buch.

Sicherheitssoftwares werden den Hackern immer hinterherlaufen und unsere Systeme werden jeden Tag angreifbarer. Es liegt somit an uns selbst, wie verwundbar sich unsere Gesellschaft machen möchte.

 


Wir bedanken uns recht herzlich bei Thomas Wieser und Paragraph-Software für das Gespräch!


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