Kenne Deine Rechte

Wie sich Hass auf unsere Gesellschaft auswirkt


Hass ist ein intensives Gefühl der Abneigung und Feindseligkeit bis hin zur Aggression gegen Personen oder soziale Gruppen, in der die Motive und Eigenschaften des Gehassten nicht mehr wahrgenommen werden. (Brockhaus 2005)

In den Wochen nach der Bundespräsidentschaftswahl im Dezember haben sich, wie erwartet, die Reaktionen der ÖsterreicherInnen in diversen Medien gezeigt. Ob es Leserbriefe in Zeitungen, Postings über die Stellungnahme in sozialen Netzwerken oder Diskussionen in der Schule waren, es wurde natürlich darüber gesprochen.

Reaktionen auf ein Ergebnis, über das knapp 47% der wahlberechtigten ÖsterreicherInnen nicht zufrieden sind, sind in ihrer Ausdrucksweise und Aussagekraft fast so verschieden wie die politische Richtung der Kandidaten, die zur Wahl standen; Man stößt auf mehr oder weniger gut formulierte und sachliche Argumente oder auf hasserfüllte Aussagen, deren VerfasserIn wohl mehr als „nur einen schlechten Tag gehabt“ haben muss.

Wichtig bei einer Diskussion ist nur, dass man auf einer sachlichen Ebene bleibt – ein Punkt, den man gerne vergisst, wenn man begeistert seine Meinung kundtut. Weiterführend kann dies dazu ausarten, dass den Argumenten Beschimpfungen beigefügt werden und sich langsam ein Zorn, ein Hassgefühl gegenüber anderen Meinungen anbahnt.

Das Paradebeispiel hierfür ist die Flüchtlingskrise. Hier fühlen sich viele Österreicherinnen und Österreicher vernachlässigt, ihnen gehe es schlecht, das Geld wäre weniger geworden. Ein kleiner Teil von ihnen radikalisiert sich in ihrer Meinung und spricht diese in Hassreden aus, so wie wir sie immer öfter in sozialen Netzwerken sehen, in denen auf Menschlichkeit vergessen wird.

Die zentrale Frage in diesem Artikel ist aber, wie sich Hass auf unsere Gesellschaft auswirkt. Zuerst sollte zwischen Abneigung und Hass unterschieden werden. Ersteres ist eine mögliche Vorstufe des Zweiten, dennoch nicht zwingend. Abneigung kann man schnell empfinden, jedoch liegt es an jedem/jeder einzelnen, ob er/sie sich dazu Lösungsmöglichkeiten ausdenkt oder sich für die radikale Variante entschließt, auf Personen mit anderer Meinung loszugehen.

Sollte sich daraus nun ein Hass auf andere Meinungen aufbauen, so ist dies keine Lösung. Hass führt zu psychischer oder physischer Gewalt, und in allen Fällen wird/werden das/die Opfer gedemütigt oder verletzt.

Ob es sich nun um Mobbing oder xenophobe Aussagen handelt, Menschenrechte werden hier immer missachtet. Denn: „Jeder Mensch ist gleich an Würde geboren“ oder „Alle Menschen haben das Recht, gleich behandelt zu werden“ sind Aussagen aus den ersten beiden Artikeln der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Und daher sei geraten, zuerst die Lösungswege abzuwägen und nachzudenken, bevor man spricht. Möglichkeiten zu finden, bevor man sich aufregt. Sein Problem gezielt zu lösen, anstatt zu hassen.

Einst sagte Martin Luther King übrigens: „Niemand wird mit dem Hass auf andere Menschen wegen ihrer Hautfarbe, ethnischen Herkunft oder Religion geboren. Hass wird gelernt. Und wenn man Hass lernen kann, kann man auch lernen, zu lieben. Denn Liebe ist ein viel natürlicheres Empfinden im Herzen eines Menschen als ihr Gegenteil.“


Das könnte dich auch interessieren