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Hass im Netz – auch eine Bedrohung für die Menschenrechte?


Noch nie war es so einfach, seine Meinung zu äußern und auch gehört zu werden – die sozialen Netzwerke machen es möglich. Was eigentlich wie eine gute Sache zu klingen scheint, hat aber auch eine Schattenseite: Wenn die Meinungen einen anderen Ton anschlagen und zu sogenannten Hasspostings werden, können diese sich auch gegen Menschenrechte richten.

Hasspostings, das sind Hassbotschaften an bestimmte Personen oder Personengruppen auf sozialen Netzwerken, haben heuer äußerst stark zugenommen, wie der aktuelle Menschenrechtsbefund der österreichischen Liga für Menschenrechte zeigt. Dieser erschien heuer am 9. Dezember, einen Tag vor dem Tag der Menschenrechte, und zeigt Verstöße, aber auch Vorschläge zur Besserung auf. Dieses Jahr wurde darin ein Artikel mit dem Namen „Hass im Netz: Streuwirkung verheerend für Demokratie und Menschenrechte – politische Maßnahmen dringend erforderlich“ veröffentlicht, der viele Beispiele zur Untermauerung dieser Problematik nennt. Die Autorin Claudia Schäfer beschreibt dadurch, wie weitreichende Folgen solche Hassbotschaften haben können.

Hauptsächlich betrifft diese Hetze Minderheiten sowie PolitikerInnen und JournalistInnen, aber auch Personen, die sich zu politischen Einstellungen oder Handlungen äußern. Als Beispiel sei hier die Bundespräsidentenwahl oder die Flüchtlingspolitik genannt. Solche Postings können sich rasant verbreiten und emotionale Diskussionen und Debatten entfachen. Dies zeigt sich natürlich sehr deutlich in der Auswirkung auf die Gesellschaft: „Welche gravierende Rolle hierbei das Internet und insbesondere die sozialen Netzwerke mit ihren Algorithmen in der Verbreitung entsprechender Botschaften spielen, belegen spätestens jetzt die detaillierten Analysen zum amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf“, schreibt Schäfer. Hierbei gab es auf sozialen Netzwerken aus Hass viele Falschmeldungen über Hillary Clinton und ihre Anhänger, welche sich zugunsten Trumps ausgewirkt haben.

Die Lösung

Claudia Schäfer sieht hier die Lösung unter anderem in einem Eingreifen von Regierung und Politik: Diese sollen ein Überwachungssystem für den „Code of Conduct für den Umgang mit illegaler Hassrede“ einrichten, um Hassbotschaften schnellstmöglich löschen zu lassen und eine Verbreitung zu verhindern. Auch seriöse Medien versuchen schon länger, solche Postings und Falschmeldungen zu unterbinden, indem sie durch Fakten die Realität zu beweisen versuchen. Dies funktioniert allerdings auch nur bedingt, da eine aufregende Schlagzeile öfter gelesen und geglaubt wird als eine Richtigstellung in einem Zeitungsbericht. Helfen können wir aber, indem wir selbst Fakten und Richtigstellungen auf den sozialen Netzwerken verbreiten. Wer nicht unbedingt etwas posten oder kommentieren möchte, kann Hasspostings einfach anonym bei dem jeweiligen Netzwerk melden. Auch durch die Beteiligung an Kampagnen wie dem No Hate Speech Movement kann man zum Beispiel durch das Hochladen eines Fotos von sich selbst und eines kurzen Statements ein Zeichen setzen. Das Wichtigste ist auf jeden Fall, dass wir nicht still sein sollten – denn nur so kämpfen wir für unsere Rechte!


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