Kenne Deine Rechte

I am just a woman


Gewalt gegen Frauen. Sexueller Missbrauch in Kriegssituationen. In der Öffentlichkeit wird dieses Thema selten besprochen. Bei der „Women for Peace“- Konferenz in Graz am 2. Und 3. Juni 2016 steht es aber im Mittelpunkt.

Jody Williams, Rigoberta Menchú und Leymah Gbowee sind Schwestern. So nennen sie zumindest einander. Sie gehören zu den Mitgliedern der Nobel Women’s Initiative und kämpfen miteinander für eine gerechtere Welt, in der Frauen und Männer gleich behandelt werden. Eine Welt, in der Frauen und Männer den gleichen Einfluss haben. Eine Welt, in der Gewalt, Missbrauch und sexuelle Übergriffe verurteilt und verfolgt werden.

Vor allem Frauen in Kriegssituationen sind oft von gewaltvollen Übergriffen betroffen. Die drei Friedensnobelpreisträgerinnen wollen genau darauf aufmerksam machen. Jody Williams aus den USA war Leiterin der Kampagne für das internationale Verbot von Landminen. Rigoberta Menchú Tum aus Guatemala kämpft aufgrund persönlicher Erfahrungen von Gewalt vor allem für die indigene Bevölkerung, insbesondere der Mayas. Leymah Gbowee ist Anführerin der friedlichen Zusammenkunft zwischen christlichen und muslimischen Frauen in Liberia, die mit Gebetskreisen zum Ende des Bürgerkrieges beitrug.

„In den letzten 30 Jahren hat die Menschheit die Menschenrechte neu definiert und wir Frauen haben in dieser Beziehung eine harte Arbeit geleistet um sicherzustellen, dass die Vergehen an Frauen als solche gesehen, definiert und verfolgt werden“, meint Rigoberta Menchú Tum im Gespräch zum Thema, ob Frauen sich ihrer Rechte bewusst sind und diese auch beanspruchen.

„Trotz der Fortschritte bei der Bewusstseinsbildung in diesen Verbrechen, gab es bisher keinen Fokus auf sexuellen Missbrauch und Gewalt, insbesondere in Konfliktzonen, das wollen wir ändern.“

Bürgermeister Siegfried Nagl unterstützt dieses Vorhaben: „Wenn wir das Zusammenleben auf diesem Erdball zwischen Menschen verbessern wollen, braucht es mutige Männer und Frauen und ich freue mich besonders, dass mutige Frauen nach Graz gekommen sind.“

Auffällig jedoch ist, dass auch bei der Pressekonferenz am Donnerstag männliche Gesichter im Publikum der Pressevertreter/innen Mangelware sind und hauptsächlich Frauen den Raum füllten.

Jody Williams macht noch einmal klar: „Wir müssen allen Frauen auf der Welt klar machen, dass sie darauf stolz sind, was sie erreichen und nicht mehr sagen ‚I am just a woman’“.


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