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Die ungeahnten Brexit-Folgen


Diese Wahl wird wohl in die Geschichte eingehen: Die Briten haben mit rund 52 Prozent für den Brexit, also den Ausstieg aus der Europäischen Union, gestimmt. Damit ist Großbritannien das erste Land, das die EU verlässt – und das hat weitreichende Folgen.

Was genau ist passiert?

Der Brexit (Britain Exit) ist passiert. Angepriesen und befürwortet wurde dieser vor allem von den beiden EU-Gegnern Boris Johnson (ehemaliger Bürgermeister von London) und Nigel Farage (Vorsitzender der UK Independence Party), die mit folgenden Versprechen warben: Die Zuwanderung könne dann endlich wieder von Großbritannien selbst kontrolliert werden, und zwar nicht nur die der Flüchtlinge, sondern auch die der Arbeitssuchenden aus anderen EU-Ländern. Auch sollen derzeit angeblich 350 Millionen Pfund pro Woche von den BritInnen nach Brüssel fließen – diese würden nach dem Austritt in die britische Gesundheitsvorsorge gesteckt werden.

Was passiert jetzt gerade?

Die Menschen protestieren gegen das Ergebnis der Abstimmung, gehen auf die Straße, sogar eine Onlinepetition für ein zweites Referendum wurde mittlerweile schon von vielen unterzeichnet. Der Grund dafür: Die vorhin genannten Versprechen wurden, kaum war die Wahl entschieden, revidiert. Denn ungefähr die Hälfte der Zuwanderer der jüngsten Vergangenheit kommen aus der EU und sind sehr wichtig für den britischen Arbeitsmarkt. Auch das Versprechen, das Geld in die Gesundheitsvorsorge zu stecken, wird nicht eingehalten werden, “man habe da etwas falsch verstanden”, heißt es. Zusätzlich erleidet nun auch die britische Wirtschaft einen Schaden – das Pfund stürzte auf den tiefsten Wert seit 1985 und das Rating Großbritanniens wurde herabgestuft. “Ja, ich habe für den Brexit gestimmt”, meint ein Mann aus London, “aber ich habe nicht mit solchen Folgen gerechnet. Keiner hat das. Hätte ich noch einmal die Chance, würde ich anders wählen.”

Was wird nun passieren?

Die EU fordert nun den schnellstmöglichen Austritt, auch wenn dieser bis zu zwei Jahre dauern könnte. Denn nun muss Großbritannien zuerst den Austrittsantrag bei der EU stellen und anschließend mit jedem Land Verträge einzeln verhandeln. Doch die zuständigen PolitikerInnen haben anscheinend keine Eile damit – zuerst gilt es nun im eigenen Land Probleme zu lösen. Denn: Der britische Premier David Cameron ist zurückgetreten, Schottland möchte trotz des Wahlergebnisses bei der EU bleiben und Großbritannien selbst ist nun gespalten. Wie diese Probleme gelöst werden sollen, bleibt nun abzuwarten – was aber sicher ist: Das Thema Brexit wird noch lange nicht erledigt sein.


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