Kenne Deine Rechte

Nur gendern ändert wenig


Jedes Jahr rund um den 8.März, den Internationalen Frauentag, flammen die Diskussionen wieder auf: Diskussionen über Gleichberechtigung, Nachteile der Frauen, Familiengründung als Karrierekiller und Männer, die Führungspositionen für sich beanspruchen.

Anfang des Jahres sorgte er mit einem Statement über die Rolle der Frau in der Gesellschaft in den sozialen Netzwerken für kurzes Aufsehen. Florian Schröder, Kabarettist aus Deutschland, meinte in der „NDR – Talk Show“, dass die gesellschaftlichen Erwartungen an die Frau zwischen Topmodel, Mutter und Karrierefrau lägen. Zudem solle sie am besten selbstbewusst und immer gut drauf sein.

Das Selbst- und Fremdbild der Frau und die Vorstellung davon, was bzw. wie Frauen sind und zu sein haben, hat sich im Grunde in den letzten Jahrzehnten offensichtlich nur wenig geändert, es wird einfach nicht mehr so offen ausgesprochen.

Doch wenn wir schon bei dem Thema „Sprache“ sind, es hat sich doch etwas geändert! Seit einigen Jahren ist jede/r dazu angehalten, sich in ihrer/seiner Sprache geschlechtsneutral auszudrücken. Heißt: ab jetzt wird gegendert. Das Argument, dass dadurch Texte in ihrem Lesefluss unterbrochen werden, wird von Kritikern oft ausgesprochen. Festzuhalten ist allerdings, dass Gendern einen Schritt zu mehr Bewusstsein in der Gesellschaft darstellen soll. Auch wenn dieser alleinige Schritt auf Dauer zu kurz gegriffen ist.

Eng mit diesem Thema verbunden ist das Gender Mainstreaming. Dieses Konzept wurde vor 20 Jahren, 1995, bei der UN-Weltfrauenkonferenz in Peking beschlossen und ist eine Art Leitfaden zur Förderung der Gleichberechtigung der Geschlechter. Es basiert auf der Erkenntnis, dass es keine geschlechtsneutrale Wirklichkeit gibt. Männer und Frauen können in unterschiedlicher Weise von politischen und administrativen Entscheidungen betroffen sein. Daher verpflichtet es die Politik, Entscheidungen so zu treffen, dass sie zur Förderung einer tatsächlichen Gleichberechtigung der Geschlechter beitragen.

Denn es geht nicht um allein um die formale Gleichberechtung, was bedeutet, dass Männer und Frau grundsätzlich die gleichen Rechte haben. Vielmehr sollte die Gleichstellung im Mittelpunkt stehen, bei der beide Geschlechter dieselben realen Möglichkeiten und Chancen im Leben bekommen.

Weitere Schritte zur tatsächlichen Gleichberechtigung sollten sich demnach nicht nur in unserer Sprache, sondern vor allem in anderen Bereichen des Lebens widerspiegeln. So wäre es ein erster Ansatz, den Equal Pay Day überflüssig zu machen und Frauen dasselbe Einkommen zu ermöglichen, wie ihren männlichen Kollegen. Dieser Tag soll zeigen, wie viele Tage Frauen zusätzlich arbeiten müssen, um jenen Betrag zu verdienen, den Männer bereits am Ende des Vorjahres auf ihr Konto überwiesen bekommen haben. Der diesjährige Equal Pay Day fällt auf den 10. März.

LINKS

Florian Schröder – Erwartung an Frauen

Kleine Zeitung

Equal Pay Day


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