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Rassismus im Fußball? Muss das sein?


Jede/r, der/die schon des Öfteren im Fußballstadion war, kennt es. Schreie und Plakate aus den Fansektoren. An sich nichts Außergewöhnliches oder Verwerfliches, gäbe es da nicht die ein oder andere Fanabteilung, die es auf etwas Anderes abgesehen hat. Mit Affenschreien und Bananenschalen begrüßen sie die meist dunkelhäutigen Spieler mit Migrationshintergrund „ihres” oder des gegnerischen Vereins.

So kam es beim Spiel des SV Ried gegen den SK Sturm Graz am 9.3.2013 zu einem derartigen Zwischenfall. Fans des SV Ried beschimpften den damaligen SK Sturm Graz Spieler Richard Sukuta-Pasu in Forme von Affenlauten, die von der Tribüne tönten. Anlass dafür war höchstwahrscheinlich dass der Spieler kurz davor das 2:1 Siegestor für den SK Sturm Graz erzielte. Ich frage mich hierbei nur, ob dies wirklich Fans sind oder ob sie einfach ihr rechtes Gedankengut im Stadion verbreiten wollen. Aus dieser Problematik heraus hat sich das Bündnis aktiver Fußballfans gefunden. Das sogenannte „BAFF“ beschäftigt sich mit dem Thema Rassismus im Sport und kämpft mit Erfolg dagegen an.

Doch was ist das BAFF?

Das Bündnis der aktiven Fußballfans wurde im Jahr 1993 gegründet und macht seither europaweit mit den verschiedensten Aktionen auf die Rassismusproblematik im Fußball aufmerksam. Ziel dieser Organisation ist es, ein großartiges Fußball-Live-Ereignis für die Fans möglich zu machen und dem schleichenden Kommerz, der Diskriminierung und dem Rassismus die rote Karte zu zeigen.

Vor allem in Deutschland setzt sich das BAFF ein. Wichtiges Mitglied hierbei ist die Münchener Schickeria (ein Fanclub des FC Bayern München). Die Mitglieder sind per E-Mail miteinander verbunden und organisieren so beispielsweise zweimal im Jahr ein bundesweites Treffen, an dem über 300 Fans teilnehmen. Neben dem Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung setzt sich das BAFF auch für ne lebendige Fankultur ein. Die Kampagne „Sitzen ist für´n Arsch“ war beispielsweise daran beteiligt, dass es in deutschen Stadien noch Stehplätze für die Fans gibt.

Tief beeindruckt bin ich, dass das BAFF einen Neun-Punkte-Plan gegen Rassismus ausarbeitete und diesen den diversen Vereinen vorlegte. Außerdem erstellte das BAFF einen Musterparagraphen gegen Rassismus für die Stadionordnungen. Auch ein Forderungskatalog gegen Homophobie im Fußball wurde eingereicht.

BAFF-9-Punkte-Plan gegen Rassismus (1998)

  1. Aufruf der Profi-Spieler in der Stadionzeitung, Fanzeitung, Flugblättern
  2. Offizielle Stellungnahme des Vereinsvorstands
  3. Einblendungen auf der Anzeigetafel (“Zusammen gegen Diskriminierung und Rassismus”)
  4. Durchsage des Stadionsprechers
  5. Transparent (könnte vor dem Spiel von einigen Spielern präsentiert werden)
  6. Aufnahme eines Antidiskriminierungsparagraphen in die Stadionordnung
  7. Aufnahme dieses Paragraphen in die Vereinssatzung auf der Mitgliederversammlung
  8. Bessere Aufklärung der Ordner über verbotene Symbole
  9. Besserer Austausch und Sensibilisierung der Polizei für rechte Tendenzen

Meiner Meinung nach ist es wichtig, in der heutigen Zeit solche Paragraphen in die Stadionordnung aufzunehmen und OrdnerInnen und PolizistInnen für verbotene Symbole zu sensibilisieren und dieses Thema auch in Vereinssitzungen anzusprechen und in die Satzungen aufzunehmen. Denn nur durch Zusammenhalt in allen Sektoren kann man es schaffen, ein Fußballereignis ohne Zwischenfälle zu organisieren.


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