Kenne Deine Rechte

Gute Entscheidung für gute Lebensmittel!


Wie in vielen Bereichen ist die Entscheidung der erste und wichtigste Schritt, um etwas zu verändern oder den richtigen Weg einzuschlagen oder um eine gute Entwicklung in eine bestimmte Richtung zu fördern. Wir werden das Elend, die Armut oder den Hunger auf der Welt und die extremen Unterschiede zwischen Überfluss und Armut nicht gänzlich verhindern können, aber ein Gesetz, dass Essen, vor allem noch genießbares Essen, nicht mehr in den Müll darf, war vor kurzem, im Mai 2015, in Frankreich eine gute und nachahmenswerte Entscheidung.

Dies soll jetzt auf keinen Fall die bisherigen Leistungen und Bemühungen von vielen freiwilligen Menschen und Firmen, die sich seit Jahren für diese Aufgabe einsetzen und das freiwillig praktizieren, schmälern! Im Gegenteil, ich habe den größten Respekt für diesen Einsatz! Es ist vor allem auch ein Beweis, dass doch Vieles (auch ohne Gesetz) machbar und schaffbar ist, wenn der Wille (und der Verstand) da ist. Dass es sinnvoll ist, Lebensmittel nicht wegzuwerfen, ist wohl ohne Diskussion zu bejahen. Wer, wie ich, eine Oma mit 87 Jahren hat, die in ihrer Jugend nur das essen konnte, was der eigene Obstbaum oder Garten hergab, was selbst gekocht oder verarbeitet wurde, weiß, dass diese Generation früher keine Lebensmittel wegwarf. Sie erzählt jedoch oft, dass sie auf dem Bauernhof, vor allem während des Krieges, mehr zu essen hatten als die Städter und dass diese oft kamen, um die guten Lebensmittel zu kaufen oder zu erbetteln.

In Österreich ist die Nachfrage nach verbilligten Lebensmitteln groß, das sieht man, wenn die Lebensmittel, vor allem Obst und Gemüse, in jedem Geschäft vor Wochenenden mit Rabatt weggehen wie warme Semmeln. Der Caritasdirektor Franz Küberl und auch Pfarrer Wolfgang Pucher vom Vinzidorf plädieren für ein derartiges Gesetz auch in Österreich, da sie wissen, dass trotz der bereits toll organisierten 200 Tonnen Lebensmittel, die sie für ihre Hilfswerke bekommen, dieses Gesetz noch mehr Menschen helfen könnte und auch dem sinnlosen Wegwerfen entgegen wirken.

Natürlich ist das kein Thema der Lebensmittelhandelsketten alleine, 650 000 Tonnen Essensabfälle pro Jahr betreffen auch Gastronomie, Landwirtschaft und vor allem uns selbst in Haushalten und Schulen. Ein Projekt zum Menschenrechtstag in meiner Schule hat erschreckende Ergebnisse gezeigt, niemand konnte sich vorstellen, dass wirklich so viel Jause im Müll landet. Erwähnenswert ist auch, dass es viele Menschen gibt, die bereits tolle Aktionen ins Leben gerufen haben – wie z.B. Apfelbauern, die Äpfel verschenkt haben statt sie wegzuwerfen. Die Zeiten haben sich geändert, auch wenn es durch die Lebensweise verständlich ist. Jedoch ist auch ein großes Umdenken sehr wohl wieder zu spüren.

Obwohl freiwillig viel passiert, sind für viele Menschen – wir kennen das alle – das Nachdenken und Wissen die eine Seite und wirklich aktiv etwas zu unternehmen die andere. So stellt sich die Frage, wie beim Rauchen, wieviel Geld wir sparen und sinnvoller ausgeben könnten als für Lebensmittel, die wir in den Müll werfen. Es macht Sinn, dass wir darüber nachdenken – aber noch wichtiger ist, dass wir unser Verhalten sowie Lebensqualität diesbezüglich ändern, überhaupt in Zeiten des Tiefkühlers.


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