Kenne Deine Rechte

Menschenrechte lernen, kennen und leben


Zum 14. Mal jährt es sich nun, das Jubiläum der Menschenrechtsstadt Graz. Am 8. Februar 2001 beschloss der Grazer Gemeinderat einstimmig, „sich in seinem Handeln von internationalen Menschenrechten leiten zu lassen“ und „alle EinwohnerInnen, insbesondere die Jugend, über geltende Menschenrechte und ihre damit verbundenen Rechte und Pflichten zu informieren“.

Menschenrechte lernen

Doch was hat sich seit 2001 in Graz getan, der ersten Menschenrechtsstadt Europas?
Dass Menschenrechte uns alle was angehen, sollte sich in unserer Gesellschaft wie selbstverständlich etabliert haben. Auch die Stadt Graz weist immer wieder darauf hin, zum Beispiel mit Infofoldern, die beinhalten, dass Staaten verpflichtet sind auf Menschenrechte zu achten, sie zu schützen und zu gewährleisten. Die eigentliche Frage aber, die wir uns an diesem Jubiläum stellen sollten, ist: „Was bedeutet es für mich, in einer Menschenrechtsstadt zu leben?“ Dass wir uns glücklich schätzen können, in einem gesegneten Land, wie Österreich, leben zu dürfen, hören wir ständig. Trotzdem gehören Rassismus, Diskriminierung und Mobbing leider auch in einer Menschenrechtsstadt zur Tagesordnung. Ansätze für Lösungen dieser weltweiten Probleme gibt es auf lokaler Ebene: Die Einrichtung von Integrationsreferaten, Resolutionen gegen Gewalt an Frauen, oder Einrichtungen wie zum Beispiel die Antidiskriminierungsstelle des Landes Steiermark.

„ComUnitySpirit“ für interreligiöse und interkulturelle Begegnungen

Lernen kann man seine Rechte und Pflichten, genauso wie friedliches Zusammenleben von Menschen mit unterschiedlichen religiösen Überzeugungen. Ein Beispiel dafür ist das Projekt „ComUnitySpirit“, das sich bemüht, einen interreligiösen und interkulturellen Dialog und entsprechende Begegnungen für Bürgerinnen und Bürger zu schaffen. Besonders in Multi-Kulti-Gesellschaften wie unserer, müssen wir uns ein friedliches Zusammenleben der Religionen und Kulturen zum Ziel setzen. Umgesetzt wird es in Form von Aktivitäten und Veranstaltungen mit heimischen Religionsgemeinschaften, deren VertreterInnen, Dialoggruppen, ExpertInnen und interessierten Grazer Bürgerinnen und Bürgern. Es gehe um die Sichtbarmachung der religiösen und kulturellen Vielfalt innerhalb der Stadt Graz und darum, die Gemeinsamkeiten zu stärken, Unterschiede zu kennen, gegenseitige Bilder zu hinterfragen, zu erweitern und einander trotz aller Unterschiede zu respektieren.

Tun wir´s gemeinsam

Die Menschenrechtsstadt Graz gibt uns den Rahmen vor, in dem wir die Möglichkeit haben in verschiedensten Projekten mitzuwirken. Die Grazer Erklärung, ein zukun­ftsweisendes Doku­ment für gegen­seit­iges Ver­ständ­nis, Anerken­nung, Tol­er­anz, Ver­söh­nung und Zusam­me­nar­beit der Reli­gio­nen und Kul­turen in Graz und Europa[3], ist das Ergebnis der Konferenz „ComUnitySpirit“ und ein Musterbeispiel dafür, dass jede/r von uns teilhaben kann. Nur gemeinsam können wir den interreligiösen Dialog prägen und mitgestalten und so einen Schritt in die richtige Richtung machen. Nämlich in Richtung Menschenrechte und Pflichten lernen, kennen und leben.


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