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Bildung wird vererbt!


Eigentlich sollte man meinen, in einem Land wie Österreich hat jeder freien Zugang zu jeglicher Art von Bildung und auch die Chance, diese zu nutzen. Doch leider sieht die Wahrheit etwas anders aus: So haben beispielsweise Kinder mit Migrationsgeschichte sowie Kinder mit weniger gebildeten oder weniger verdienenden Eltern auch weniger Chancen, das volle Bildungsangebot Österreichs zu nutzen.

Was sind die Probleme?

Vor allem für Kinder mit Migrationshintergrund ist es schwierig, da der Unterricht zumeist nicht in der Erstsprache abgehalten wird und das verpflichtende Kindergartenjahr oft nicht ausreicht, um notwendige Deutschkenntnisse zu erlangen, die in der Volksschule, die ja den Grundstein für die weitere Bildung legt, benötigt werden würden, um dem Unterricht zu folgen. In solchen Fällen können eigentlich Lehrer_innen viel bewirken, doch aus mir unbekannten Gründen wird statt kommuniziert nur weiterhin nach Notensystem bewertet. Die wenigen Erfolgsmomente, die dem Kind bleiben, können mit den deprimierenden Noten und auch diesem Gefühl, einfach nicht zu verstehen, worum genau es geht, da wichtiges Grundvokabular und vielleicht auch Verständnis für die deutsche Grammatik fehlen, einfach nicht mithalten. Spätestens ab diesem Zeitpunkt ist Schule „böse“, Lehrer_innen „Idioten“ und wir haben ein Kind mehr in Österreich, das sich nicht für Schule und Lernen interessiert, weil es für sie_ihn keinen Sinn ergibt. Auch auf andere Weise können Lehrer_innen in der Volksschule sehr viel zur Zukunft der Kinder beitragen. Beispielsweise wird manchen Kindern empfohlen, doch lieber eine Neue Mittelschule zu besuchen, obwohl die Noten sehr gut sind und auch die Aufnahme in ein Gymnasium völlig problemlos wäre. Vor allem Volksschullehrer_innen haben einen hohen Einfluss auf Kinder und können diese in jeweilige Richtungen lenken und prägen. Wenn jemandes Leistungen weniger anerkannt oder die Talente und Gaben weniger gefördert werden, weil die Eltern nicht „genug“ gebildet sind, dann läuft eindeutig etwas falsch. Natürlich können Elternteile mit Hauptschulabschluss ihren Kindern im Gymnasium ab einem gewissen Zeitpunkt weniger bis gar nicht mehr weiterhelfen, was wiederum Schwierigkeiten bringen kann, aber nur weil diese Situation möglicherweise eintreten kann, sollte man einem Kind nicht die Hoffnung auf eine Matura nehmen. Auch wenn eines Tages die Eltern nicht mehr helfen können, bedeutet das nämlich nicht, dass man es dadurch nicht schafft. Jedoch für diejenigen, die eben jene Hilfe bräuchten, die ihre Eltern ihnen nicht geben können, bedeutet es, dass sie Nachhilfe nehmen sollten. Da stehen wir vor dem nächsten Problem: Leider ist Nachhilfe sehr teuer und daher für viele nicht wirklich leistbar. Vor allem alleinerziehende Elternteile stoßen hier sehr oft an ihre Grenzen, denn in einer Familie mit zwei verdienenden Elternteilen ist es leichter, Geld für Nachhilfe zurückzulegen, ohne dass es in grundlegenden Bereichen fehlt. Vor allem aber auch arme Familien haben keine Chance, ihren Kindern diese Nachhilfe zu bezahlen und so wird jenen Kindern die Chance verwehrt, einen höheren Bildungsgrad zu erwerben, auch wenn sich ihnen niemand direkt in den Weg stellt und sie rein theoretisch die Chance hätten, das Bildungsangebot zu nutzen.

Diskriminierung stoppen!

Diskriminierung muss also nicht immer direkt sein. Manchmal wird jemand diskriminiert, ohne dass wir es sehen oder hören. Vor allem im Bildungsbereich muss noch vieles überarbeitet werden, bis wirklich jede_r die Chance auf gleiche Bildung hat und den eigenen Träumen folgen kann. Schule muss leistbarer und auch für Kinder mit weniger gebildeten Eltern schaffbar sein. Es sollte auch gar nicht die Aufgabe der Eltern sein, ihren Kindern zuhause etwas beizubringen oder Nachhilfe zu bezahlen, sondern die Aufgabe der Schule, den Kindern Wissen zu vermitteln, auch wenn sie in manchen Fächern und Bereichen weniger begabt sind als in anderen. Vor allem in Fächern, in denen ein Kind schwächer ist, sollte es mehr Unterstützung und Hilfeleistung von Seiten der Lehrer_innen geben – selbst ein paar zusätzliche Arbeitsblätter können helfen! Es ist wichtig, dass Schule Schüler_innen nicht als Einheitsbrei sieht, sondern die individuellen Persönlichkeiten mit Ecken und Kanten wahrzunehmen beginnt. Schwächen sollten gestärkt und so aus der Welt geschafft und Stärken gefördert werden!

 

Foto (c) Flickr

 

 


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