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Wenn die eigenen vier Wände zum Albtraum werden


25. November  – der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen. Seit wann gibt es ihn? Woran erinnern wir uns an diesem Datum? Von sexueller Belästigung bis zu Morden – das und alles, was dazwischen liegt, zählt zur Gewalt an Frauen.

Der Fall Mirabal

Im Jahr 1960 wurden die drei Schwestern María Teresa, Minerva und Patria Mirabal vom Geheimdienst des Diktators der Dominikanischen Republik verschleppt und ermordet. Dieser Fall wurde nicht nur zu einem wichtigen Beispiel für die sexuelle, politische und kulturelle Gewalt, unter der Frauen oftmals zu leiden haben. 1981 riefen karibische und lateinamerikanische Feministinnen den Todestag der Schwestern zum Gedenktag für alle Opfer von Gewalt an Frauen aus
. 18 Jahre danach, 1999, erklärte die UN-Generalversammlung den 25. November offiziell zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen.

Eigenes Zuhause wird zum Ort der Gewalttaten

An oberster Stelle steht immer noch häusliche Gewalt. In Österreich ist jede fünfte Frau von Gewalt in der Familie betroffen. Entgegen gängigen Ängsten wird vielen Frauen nicht der nächtliche Gang durch einen abgelegenen Teil des Stadtparks zum Verhängnis, sondern die eigenen vier Wände– jener Ort, der Sicherheit und Geborgenheit bieten sollte. Gewalttaten innerhalb der Familie werden jedoch selten  angezeigt. Außerdem fällt es den meisten Frauen sehr schwer, sich vom Gewalttäter, mit dem sie ja eine Beziehung führen, zu trennen. Viele werden in eine Situation der Hilflosigkeit und der Abhängigkeit gedrängt, was eine Trennung erschwert. Dazu kommt die große Angst, wie der gewalttätige Partner auf die Trennung reagieren könnte. Erst wenn auch die Kinder Opfer der Gewalt werden, finden viele den Mut und die Kraft, sich zu wehren oder Hilfe zu suchen. Betroffene leiden auch Jahre später noch an den Langzeitfolgen der Gewalt, die sich in Form von Depressionen, Beziehungs- oder Sexualstörungen äußern können, um nur einige wenige zu nennen.

Unterschiedliche Formen der Gewalt

In der Theorie unterteilt man Gewalt an Frauen in vier Kategorien: Die körperliche Gewalt reicht von leichten Ohrfeigen über Schlagen mit Gegenständen bis hin zu Verprügeln, Würgen und Waffengewalt. Zu sexueller Gewalt werden sowohl (versuchte) Vergewaltigung als auch unterschiedliche Formen sexueller Nötigung sowie körperlicher Zwang und Drohungen gezählt. Psychische Gewalt beginnt bereits beim Vorenthalten von Zuneigung und Vertrauen, darf aber keinesfalls unterschätzt werden, da auch in dieser Form Schmerzen zugefügt werden, wenn man sie auch nicht gleich sieht. Eines der wohl am meisten besprochenen, hinterfragten und umstrittenen Themen ist die vierte Kategorie – die sexuelle Belästigung. Häufig wird diskutiert, wo sie beginnt und wo sie aufhört. Grundsätzlich kann man festlegen, dass sexistische beziehungsweise geschlechtsbezogene entwürdigende oder beschämende Bemerkungen und Handlungen genauso wie vom Opfer nicht gewünschte körperliche Annäherung als sexuelle Belästigung gelten. In besonders schlimmen Fällen kommt die Anwendung körperlicher Gewalt dazu.

Orange Day

Die Gewalt an Frauen nimmt unterschiedlichste Formen an, man kann sie nicht in Kategorien stecken und genau abgrenzen, wo sie beginnt und wo endet. So reicht sie von sexistischen Bemerkungen eines Kollegen bis hin zu den grausamen Mitgiftmorden in Indien, bei denen die Ehefrau beziehungsweise Schwiegertochter ermordet wird. Brautverbrennung, Vergiftung und Tod bei vermeintlichen Operationen, das alles kann „passieren“, wenn die Eltern der Braut nicht in der Lage sind, die Mitgift zu bezahlen. In Indien kamen auf diese Art und Weise im Jahr 2005 7026 Frauen ums Leben
.

Neben dem alljährlichen Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November wird auf Initiative der UN-Kampagne UNiTE to End Violence against Women am 25. jedes Monats dazu aufgerufen, Aktionen zu starten und orange zu tragen, um an diesen „Orange Days“ auf die Gewalt an Frauen aufmerksam zu machen und sich für die Beendigung eben dieser einzusetzen.

 

Foto (c) Unite – Orange Day 

 

 


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