Kenne Deine Rechte

Schau nicht weg!


„Zivilcourage ist eine Selbstverständlichkeit, die nicht immer selbstverständlich ist.“ (Volkmar Frank). Leider gibt es immer mehr Menschen, die einfach nur wegschauen, statt einzugreifen. Obwohl man in derselben Situation auch über Hilfe froh wäre. Wie würdest du als BeobachterIn handeln?

Wie würde ich als Beobachterin handeln?

Ich gehe gerade in einem Park in der Stadt spazieren, als zwei Frauen an mir vorbei gehen, die sich in einer anderen Sprache unterhalten. Es ist Mittwoch am Abend und die Vögel singen. Alles in allem, ein ganz normaler friedlicher Tag. Naja, fast.  In etwas weiterer Entfernung nehme ich einen Mann wahr, der die Frauen auf eine seltsame Art und Weise  anstarrt.

Er geht auf eine der beiden Frauen zu und sagt zu ihr, dass Ausländer in Österreich nichts zu suchen hätten. Die angesprochene Frau erwidert, dass sie hier geboren ist und die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt. Darauf der Mann, dass sie keine Österreicherin sein kann. Er lässt weitere abfällige Bemerkungen über MigrantInnen fallen.

Inzwischen hat die Diskussion andere PassantInnen auf den Vorfall aufmerksam gemacht. So bekamen acht FußgängerInnen diese Szene mit. Allerdings scheint es keine/r für nötig zu halten sich einzumischen. Im Gegenteil, einige pflichten sogar dem Mann bei oder amüsieren sich darüber. Da die Frau nicht weiter diskutieren will, ignoriert sie den Mann und versucht zusammen mit ihrer Freundin weiterzugehen, um der unangenehmen Situation zu entkommen. Doch das lässt der Mann nicht zu und hält die beiden fest. Der Ton des Mannes gegenüber den Frauen wird immer rauer. Er beschimpft sie. Ein paar der PassantInnen sind weiter gegangen, der Rest sieht noch immer keinen Grund einzugreifen. S stehen einfach nur herum und beobachten weiter die Geschehnisse. Der Mann wird immer aggressiver und ballt seine Hände zu Fäusten. Er macht den Eindruck, als wollte er zuschlagen…

Und was tue ich?

Das war eine von vielen Geschichten, wie sie tagtäglich in ganz Österreich passiert. Wie sie ausgeht, liegt in meiner, deiner, unserer Hand. Alles hängt davon ab, ob jemand eingreift oder nicht. Allein in Graz gab es 2011 433 dokumentierte Fälle von rassistischen Übergriffen, diese betreffen die Bereiche Alltag, Arbeit, Wohnen und Behörden (mehr dazu). Falls du selbst Opfer oder Zeuge eines rassistischen Übergriffes wirst, kannst du Hilfe bei der Anti-Rassismus Hotline suchen und es dort melden. Diskriminierung in ganz Österrreich bearbeitet die Wiener Organisation ZARA – Zivilcourage und Antirassismusarbeit.

 


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