Kenne Deine Rechte

Wollen SIE es?


Diese Frage stellt man sich oft, wenn es um DIE „Ausländer“ geht. „DIE wollen doch gar nicht arbeiten!“ „DIE wollen doch nur UNSER Sozialsystem ausnutzen!“ „DIE wollen sich doch gar nicht integrieren!“ …aber stimmt das wirklich? Was denken DIE und wer sind WIR?

Integration. Ein Begriff der in unserer heutigen Zeit oft genug vorkommt. Wollen sich „MigrantInnen“ in Österreich integrieren? „NEIN“, lautet der Grundtenor einer vom Bundesministerium für Inneres beauftragten Studie aus dem Jahr 2008 und 2009. Doch von wem wiederum stammt diese Meinung?

Nicht verallgemeinern, sondern differenzieren

Insbesondere im Hinblick auf das subjektive Integrationsbewusstsein weisen „Mehrheitsbevölkerung“ und Personen „mit Migrationshintergrund“ bei oben angeführter Studie unterschiedliche Einstellungen auf. Auf Seiten der erfassten Personen mit Migrationshintergrund ist festzustellen, dass sich die überwiegende Mehrheit (83%) völlig oder eher integriert fühlt. Zudem zeigt sich die Mehrheit auch mit der österreichischen Gesellschaft, der Lebensweise und den Werten einverstanden (70%). Demgegenüber steht mehr als die Hälfte der befragten „ÖsterreicherInnen“, die die Ansicht vertreten, dass die Integration von „AusländerInnen“ in Österreich (eher) schlecht funktioniere. Ebenso etwa die Hälfte ist der Meinung, dass eine größere Anzahl von „AusländerInnen“ nicht bereit sei, sich zu integrieren; ein Viertel der Befragten glaubt das sogar von den meisten… – Glauben???

Diese schockierende Antwort von „ÖsterreicherInnen“ mussten wir schon oft genug hören. Um die Wahrheit ans Licht zu bringen, hielt ich ein interessantes Interview mit einem Jugendlichen, der sogenannten Migrationshintergrund hat.

Hinter die Kulissen blicken

Der bald 13 werdende Patrick aus Oberösterreich lebt mit seiner Familie in einem kleinen Ort an der Donau. Seine Eltern stammen aus der bosnischen Großstadt Banja Luka. Er selber ist in Österreich geboren. Er spricht fließend Deutsch und auch fließend Kroatisch. Doch trotz seiner österreichischen Staatsangehörigkeit wird er von Jugendlichen seines Alters als „Ausländer“ bezeichnet. Was nicht immer leicht ist. „In Kroatien sans a ned so deppad zu mir“, so Patrick beim Interview.

Er hat mir erzählt, dass er sich überall wohl fühlt, egal ob in Österreich, Bosnien oder Kroatien. „Es merkt auch keiner, dass ich „Halbbosnier“ bin, bis ich es ihnen sage“ (lacht). Aus seiner eigenen Erfahrung weiß er, dass sich die meisten „Ausländer“ schon in die österreichische Gesellschaft integrieren wollen. Nur braucht es dazu auch ein bisschen mehr als nur das „Wollen“. Die „ÖsterreicherInnen“ müssen auch einen Teil dazu beitragen und es auch zulassen.

 


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