Kenne Deine Rechte

City of Design – Randgruppen passen hier nicht rein!


Graz – eine Stadt, die reich an Auszeichnungen ist. Perfekte Voraussetzungen um wirtschaftliche Entwicklungen voranzutreiben. Neben kreativen Etiketten zeichnet sich die City of Design auch durch ihre sozialen „Titel“ aus. Aber hat sich das die „Menschenrechtsstadt“ überhaupt verdient?

Der Schein trügt

Was tun, wenn manche Personengruppen optisch nicht ins Stadtbild passen? Ganz einfach: Ein Verbot verhängen. So macht es zumindest die Stadt Graz. Ob Ordnungswache, Polizei und immer wiederkehrende „Vertreibungsaktionen“, wie zum Beispiel die „pflanzliche Verschönerung“ rund um den Brunnen am Grazer Hauptplatz oder die aktuelle Einzäunung des Stadtpark-Pavillons – es lässt sich immer ein Weg finden. Und wenn das nicht ausreicht, gibt es noch immer eine goldene Waffe: die Verbote. Eine perfekte „Lösung“ für all jene, die sich von sogenannten „Randgruppen“ persönlich belästigt fühlen. So muss man auch seit knapp einem Jahr die Misere der Grazer BettlerInnen nicht mehr über sich ergehen lassen – aus den Augen, aus dem Sinn. Und das Stadtbild wird dabei auf Hochglanz poliert.

Mehr Toleranz….

…wünschen sich die MitarbeiterInnen von Jugendstreetwork Graz. Speziell für junge Menschen ist der öffentliche Raum von großer Bedeutung. In der Phase des „Erwachsenwerdens“ bietet er Platz sich zu entfalten. Es ist ein Ort der freien Bewegung und Begegnung, ein Rückzugsort und ein soziales Lernfeld. Doch wohin, wenn junge Leute durch permanente Kontrollen, Verbote oder Konsumzwang von ihren Treffpunkten vertrieben werden? Der Freiraum für Jugendliche schrumpft kontinuierlich – es entsteht eine Raumnot in der Öffentlichkeit.

Bekämpfung der Ursachen

Im Rahmen der Aktion „Platz nehmen im öffentlichen Raum“ wurde beim heurigen „Lendwirbel“ der Fokus auf ein gemeinsames Miteinander gelegt. „Jugendstreetwork Graz“ will damit verschiedenste Personengruppen näher zusammenbringen, um Vorurteile abzubauen. Ziel ist, dass die Öffentlichkeit die Bedürfnisse der Jugendlichen wahrnimmt und toleriert. Der öffentliche Raum sollte schließlich für alle da sein, ohne dabei auf Ablehnung und Intoleranz zu stoßen. Bewusstseinsschaffung ist ein großer Schritt in die richtige Richtung. Man sollte den Ursachen zuerst auf den Grund gehen, bevor man sinnlose Maßnahmen gegen Auswirkungen ergreift und gesellschaftliche Probleme mit Verboten zu bekämpfen versucht.

 

Wir haben uns im Stadtpark umgehört! Hier geht’s zum Videospot!

Herzlichen Dank an die MitarbeiterInnen von Jugendstreetwork Graz für das Interview.


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