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Kein Korb für menschenwürdige Arbeitsplätze


„Unser Grundprinzip ist es, möglichst viele menschenwürdige Arbeitsplätze zu schaffen“, sagt Karl Pirsch, Gründer des Unternehmens „Eine Welt Handel“.

Nicaragua- Kaffee als Ausgangspunkt

Am Anfang seines Engagements setzte sich Karl Pirsch mit dem Thema „Fairer Handel“ auseinander, vor allem durch Aktionsgruppen in Pfarren und mit dem Nicaragua-Kaffee, der seit den 80er Jahren zum bekannten Symbol für fairen Handel und menschenwürdige Wirtschaft geworden war. Nachdem er eine Lehre im Baustoffhandel abgeschlossen hatte, entschloss sich der Obersteirer kurzerhand, seine kaufmännischen Fähigkeiten für den Verkauf von Produkten aus der „Dritten Welt“ einzusetzen. Er kündigte seinen Job und verkaufte an sieben Tagen in der Woche Produkte aus den „Entwicklungsländern“ bei Märkten wie „Dritte Welt Basare“ und bei Pfarrfesten.

Mit 5.000 Schilling zum weltweiten Unternehmen

Die Eltern waren enttäuscht und die Freunde verstanden seine Entscheidung nicht, sie gaben ihm maximal ein halbes Jahr, um „wieder normal“ zu werden, wird erzählt.

Mit 5.000 Schilling Startkapital gründete Karl Pirsch, jetzt 46 Jahre alt, sein Unternehmen, den „Eine Welt Handel“. Tagsüber arbeitete er für den Maschinenring und nachts trug er Zeitungen aus, um das mit dem „Eine Welt Handel“ eingenommene Kapital wieder in den Betrieb investieren zu können.

Hilfe durch Handel

Unter dem Motto „Hilfe durch Handel“ will das Unternehmen „Eine Welt Handel“, das inzwischen eine Aktiengesellschaft ist, folgende Ziele in den „Entwicklungsländern“ umsetzen:

  • Nachhaltige Verbesserung der Lebensbedingungen
  • Vermeidung von einseitiger Abhängigkeit und Förderung der Selbstständigkeit
  • Sicherung fairer Preise für sozialverträgliche und ökologische Produkte

„Unsere Produzenten nennen uns den Preis für ihre Produkte und wir versuchen, sie entsprechend zu verkaufen. Wenn es zu eng wird mit der Kalkulation, dann verzichten wir lieber einmal auf einen Auftrag, als dass wir den Preisdruck an die Produzenten weitergeben, “ sagt Karl Pirsch.

Umweltfreundliche Produkte aus aller Welt

Weidenkörbe, Schmuck und Leder sind die Hauptprodukte des „Eine Welt Handels“. Sie werden in den Weltläden, aber auch bei Spar, Rewe und in Baumärkten verkauft. Die Waren bezieht Karl Pirsch aus der ganzen Welt, von Bosnien bis Bangladesch, von den Philippinen bis Ghana. In Bosnien zum Beispiel gibt es ein Projekt mit 200 WeidenflechterInnen in einer Dorfgemeinschaft, in Nordserbien arbeiten 30 Menschen daran Rohweidenkörbe herzustellen. Karl Pirsch verbindet mit den Projekten zwei Ziele: Das Flechten der Weidenkörbe bringt den DorfbewohnerInnen Einkommen und die Naturprodukte sind auch aktiver Umweltschutz, bei dem Plastik vermieden wird. „Aktuell haben wir 4.000 Arbeitsplätze in den Entwicklungsländern und in den strukturschwachen Regionen Europas“, stellt Karl Pirsch mit Stolz fest.

Damit leiste sein Unternehmen einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Menschenrechte.

 

Für Karl Pirsch selbst, Familienvater von drei Kindern, sind Menschenrechte sehr wichtig. „Ich bin ein freiheitsliebender Mensch, ohne Freiheit gibt es keine Menschenrechte.“

 

Danke an Herrn Karl Pirsch für das Interview!

 

Weiterführende Links und Quellen:

Presseinformation zu Karl Pirsch, Gründer der Eine Welt Handel AG

Radio-Interview mit Karl Pirsch


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