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Homosexualität im Fußball – Geht denn das?


In Zeiten wie diesen, wo Berlins Bürgermeister sich selbst als schwul bezeichnen kann und Conchita Wurst Österreich vielleicht beim Eurovision Song Contest vertreten wird, sollte es doch auch für einen Profi-Fußballer möglich sein sich als homosexuell zu outen. Oder?

Mal angenommen…

…ein Zinédine Zidane hätte sich während seiner Karriere zur Homosexualität bekannt
. Wäre dadurch sein Talent verloren gegangen? Hätte er aufgehört einer der weltbesten Fußballspieler zu sein? Mit Sicherheit nicht. Jedoch hätte er sich sein Leben mit so einem Statement um einiges erschwert. Blöde Kommentare und Beschimpfungen wären genau so an der Tagesordnung gewesen wie plötzliche Berührungsängste und Angst vor dem Unbekannten.

Es wäre großartig…

…nun sagen zu können, dass sich dies im Laufe der Jahre geändert hat. Dass die Homophobie in der Männerdomäne Fußball endlich zurückgegangen ist und Toleranz Platz gemacht hat
. Dies ist trotz Organisationen wie den Queer Football Fanclubs jedoch bis heute nicht wirklich der Fall. Einzelne Fälle beschreiben zwar die Unterstützung der Fans für homosexuelle Fußballbegeisterte, allerdings handelt es sich hierbei um Menschen, die nach einem Outing nicht vor die Presse und die gesamten Fußballwelt treten müssen. Somit hat ein Fan es zumindest etwas leichter als ein Fußballspieler, denn dieser könnte, durch mögliche Intoleranz von welcher Seite auch immer, seinen Job verlieren. Bestes Beispiel dafür ist Yoann Lemaire. Jener Franzose wurde nach Bekanntwerden seiner Homosexualität von seinem Verein hinausgeworfen.

Der Macho und das „Mannweib“…

…sind in der Männerwelt des Fußballes die ProtagonistInnen. Als Fußballspieler muss man hart, stark und heterosexuell sein. Jegliche Abweichungen werden kaum geduldet, Homosexualität schon gar nicht. Bei den Fußballerinnen handelt es sich genau um das Gegenteil. Eine Frau, die Fußball spielt und Tore schießen kann wie ein Mann, muss auch einer sein. Etwas anderes ist ja gar nicht möglich. In der Dokumentation „Fußball ist alles – auch schwul“ von Aljoscha Pause, versucht dieser nicht nur die Geschichte von Betroffenen zu erzählen, sondern auch Klischees wie das des Mannweibs endgültig aus der Welt zu schaffen.

Es ist leider eine Tatsache, dass die Diskriminierung von Frauen oder Homosexuellen im Fußball trotzdem weiter gehen wird. Jedoch wurde nun ein erster Schritt in Richtung Besserung getätigt, welcher sich am Ende niemand mehr widersetzen können wird.

Antonia Preitler-Höller

 

Foto von stock.xchng


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