Kenne Deine Rechte

Nie mehr


“Bis zum 1. September 1941 wurden desinfiziert: Personen: 70.273″.  (Ernst Klee)

Verschleppt. Entwürdigt. Getötet. Im Rahmen der so genannten „Aktion T4“ fanden 70.273 Menschen einen schrecklichen Tod. Sie wurden in Busse mit schwarz verklebten Fenstern gepackt und in von den Nazis
widerlicher Weise so genannte „Euthanasiezentren“ (Euthanasie = schöner Tod) gebracht. Dort angekommen überlebte niemand länger als einen Tag. 70.273 Menschen wurden zuerst auf der Suche nach Wertgegenständen entkleidet, dann im Nebenraum vergast, ihre Leichen wurden verbrannt. Warum gerade diese Menschen? Sie entsprachen nicht der nationalsozialistischen Vorstellung des „wertvollen Deutschen“.  Aus Sicht der Nazis waren sie nutzlos, teuer und schadeten der Volksgesundheit. In nur zwei Jahren, zwischen 1940 und 1941 wurden 70.273 Menschen mit geistiger oder körperlicher Behinderung
von den Nazis auf diese grauenvolle Art und Weise umgebracht. (mehr dazu)

Eine stille Warnung

Es sind nur fünf Gehminuten vom Grazer Hilmteich hinauf in den Leechwald. Dort, gleich am Menschenrechtsweg, wurde vor wenigen Wochen ein Mahnmal eröffnet, ein Zeichen, das
die Lebenshilfe Steiermark anlässlich ihres 50. Jahrestags gesetzt hat. Die Lebenshilfe ist eine Organisation, die es sich zur Aufgabe macht, Menschen mit Behinderung bei einem Leben „wie andere auch“ zu begleiten. Dieses Mahnmal soll daran erinnern, dass vor nur 70 Jahren die Welt ganz anders aussah. Und davor warnen, es jemals wieder so weit kommen zu lassen. Denn die Vergangenheit gerät oft viel zu
schnell in Vergessenheit. Geschichte neigt dazu sich zu wiederholen.

Doch…

Nie mehr dürfen wir Menschen in mehr oder weniger wertvolle Menschen einteilen. Nie mehr ausrechnen, wieviel „teurer“ eine Person mit Behinderung als der „normale Arbeiter“ ist. Nie mehr auch nur versuchen, die Tötung eines Menschen zu rechtfertigen. Denn wir sind alle gleich. Das Leben selbst ist das wertvollste Gut. Wir müssen alles tun, um zu verhindern, dass sich die unmenschlichen Gräueltaten des Nationalsozialismus wiederholen. Und deshalb dürfen wir vor allem eines nicht tun: vergessen. Das Mahnmal der Lebenshilfe im Leechwald soll uns immer daran erinnern, wozu Menschen fähig sind. Und daran, dass sich die Geschichte nie mehr wiederholen darf.


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