Kenne Deine Rechte

„Menschen(ge)rechte Schokolade“


Josef Zotter, Chocolatier, Besitzer der Schokoladenmanufaktur Zotter in Bergl bei Riegersburg in der Oststeiermark und konsequenter Umsetzer des Ökologiegedankens, sagt, er wolle nicht romantisieren und wisse, dass er die Welt nicht retten könne. Aber er geht mit der Kakaobohne vom Feld bis zu den KonsumentInnen konsequent einen Weg, auf dem es immer wieder einen engen Bezug zu den Menschenrechten gibt.

Menschenrechte nicht getrennt betrachten

Auffallend an den Schilderungen von Josef Zotter ist, dass man Menschenrechte nicht isoliert für sich betrachten kann, sondern dass sie viele Bereiche des Lebens betreffen: Soziales, Gesellschaft, Wohlstand, Umweltschutz – und die Wirtschaft.

Den Kakaobauern einen guten Preis zahlen

Der Welthandelspreis für eine Tonne Kakao liegt zurzeit bei rund 1.700 US-Dollar. Wenn ein Kakaobauer biologisch und auf Fairtrade-Basis wirtschaftet, bekommt er rund 2.500 US-Dollar. Josef Zotter zahlt 4.000 US-Dollar pro Tonne. Bei Zotter bekommt also ein Kakaobauer um circa 1.500 US-Dollar (1.100 Euro) mehr als sonst.

Menschenwürde

Indem er den Kakaobauern und -bäuerinnen den Mehrverdient ermöglicht, achtet Josef Zotter die Menschenrechte und gibt den ProduzentInnen mehr Menschenwürde. Durch den höheren Preis haben die Bäuerinnen und Bauern mehr Sicherheit gegenüber jenen, die nicht organisiert sind.

Soziales und mehr Lebensqualität

Durch den höheren Verdienst können sich die Kakaobauern und ihre Familien mehr leisten. Dass die Menschen dort dann Anderes kaufen, als wir erwarten, ist freilich nicht unsere Sache. Es hat mit der Achtung vor der Entscheidungsfreiheit zu tun, wenn Josef Zotter beobachtet, dass die Menschen Handys und Fernseher kaufen statt den Boden in der Küche zu erneuern: „Es ist arrogant von uns, wenn wir sagen, sie sollen kein Handy kaufen, sondern sich eine bessere Infrastruktur schaffen, dann sagen die: ‚Habt ihr einen Klopfer, ihr lebt in Saus und Braus, und wir sollen das nicht haben?‘“

Auf gleicher Augenhöhe

Durch seine Kooperation stellt Josef Zotter eine Entwicklung in Bezug auf Selbstwert und Selbstbestimmung fest. Früher haben die Menschen, wenn Fremde gekommen sind, die Hände für eine Gabe hingehalten und vor Scham zu Boden oder zur Seite geschaut. Heute strecken die Bauern und Bäuerinnen stolz die Hände mit gut gereiften Kakaobohnen hin und sagen: „‘Schauen Sie, Herr Zotter, wie schön diese Kakaobohnen sind, wie die schön trocken sind, das haben wir gern für Sie gemacht, und wir freuen uns , dass wir diesen Preis kriegen‘. Nicht mehr wegschauen, sondern ganz auf Augenhöhe. Das ist eines der schönsten Erlebnisse, die man hat.“

Auf seinen Reisen erlebt er auch andere Realitäten: Pistolen im Auto eines Kakaohändlers in der Dominikanischen Republik, der sich schützt, wenn er mit viel Geld zum Auszahlen unterwegs ist.

Profitgier kontra Menschenrechte

„Der Mensch ist der Fehler auf diesem Planeten“, sagt Zotter im Zusammenhang mit der Profitgier auf dieser Erde. Josef Zotter sieht seine Projekte als seinen Beitrag dazu, Verantwortung für die kommenden Generationen und für die Gesundung der Erde zu übernehmen.


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