Kenne Deine Rechte

Tolerierst du mich (noch) oder integrierst du mich schon?


Geht man heute in Graz durch die Straßen und betrachtet dabei die Klingelschilder, fällt einem schon bald auf, dass immer mehr Menschen unterschiedlicher Herkunft hier leben. Oft hört man auch „Gehen wir heute chinesisch, japanisch oder italienisch essen?“ In puncto Essen ist unser tolerantes Verhalten wohl am größten, denn mittlerweile gibt es sehr viele unterschiedliche Restaurants. Was würden wir nur ohne all die chinesischen, japanischen, spanischen und italienischen Restaurants und Lieferdienste machen? In punkto Essen nehmen wir den Einfluss der fremden Kulturen gar nicht mehr wahr, da für uns alle Pizza, Sushi & Co schon zum Alltag gehören.

Toleranz ist, wie dieses Beispiel zeigt, keine Sache der Unmöglichkeit mehr. Oder geht´s uns hier nur um die kulinarische Abwechslung?

Toleranz – ein Ziel oder nur ein Schritt in die richtige Richtung?

Wir alle leben zusammen in einem Land und um ein friedvolles Miteinander gewährleisten zu können, ist es wichtig, seinem Gegenüber eine Chance zu geben. Einige Menschen denken gar nicht mehr darüber nach, wie viele fremde Menschen hier leben, es ist schon selbstverständlich geworden. In diesem Fall hat die Toleranz gesiegt, doch Toleranz ist nicht das endgültige Ziel.

Akzeptanz – schon der letzte Schritt auf dem Weg?

Der nächste Schritt nach der Toleranz ist die Akzeptanz. Die Kultur, Meinung, etc. eines anderen zu akzeptieren ist in meinen Augen ein weiterer wichtiger Schritt. Man ist sich seines/ihres Gegenübers bewusst, und obwohl man vielleicht völlig anders denkt, lässt man den/die andere/n gewähren.

Integration –der letzte Schritt auf der persönlichen und sozialen Ebene

Wo die Akzeptanz einer anderen Meinung, Lebensweise, etc. das Wichtigste ist, gibt es auf persönlicher und sozialer Ebene noch einen weiteren Schritt – die Integration. Einem Fremden nutzt es nicht unbedingt viel, wenn er akzeptiert wird, aber nicht zu einer Gruppe gehört. Dann ist er erst recht allein, hat nur das Recht auf ein Leben neben den anderen. Es ist wichtig Fremden eine Möglichkeit zu geben, ihren Platz in einer Gruppe zu suchen und zu finden und zwar nicht nur, wenn wir Lust auf einen Döner oder eine Pizza haben. Toleranz, Akzeptanz und Integration ist für jeden erlernbar, denn wie Albert Memmi sagte, ist sie „…eine Übung und ein Sieg über dich selbst.“

Was Integration bedeutet:

Integration ist die rechtliche, soziale und ökonomische Inklusion von Personen mit Migrationshintergrund, mit dem Ziel, gesellschaftlichen Zusammenhalt sicherzustellen. Zugewanderte und Mitglieder der Aufnahmegesellschaft tragen in gleicher Weise Verantwortung, damit Integration gelingen kann. Gleichzeitig ist es Ziel einer Integrationspolitik, sicherzustellen, dass alle unterschiedlichen Gründe für Benachteiligung als gleichwertig berücksichtigt und adäquat behandelt werden. Dies bedeutet nicht, dass für unterschiedliche Gruppen die gleichen Maßnahmen angewandt werden, sondern die Ergebnisse der Integration die gleichen sein müssen.

Die Aufgabe der Integration ist als Querschnittsmaterie in allen Feldern der Politik, der öffentlichen Verwaltung und der Gesellschaft zu bearbeiten. Bestehende spezifische und strukturelle Benachteiligungen von Personen mit Migrationshintergrund müssen beseitigt werden.

Weiterführende Informationen und Links:

Medienberichterstattung:

 


Das könnte dich auch interessieren