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Menschenrechtsbericht 2009: Bei Kinder- und Jugendrechten ist viel erreicht, aber noch einiges zu tun.


Der Grazer Menschenrechtsbericht zum Jahr 2009 ist da. Anfang Dezember als dritte Auflage in Folge veröffentlicht, ist er europaweit etwas, das seines gleichen sucht.

Was ist ein Menschenrechtsbericht? Für wen ist er gedacht?

Sinn und Zweck des Berichts ist es u.a, Grazer BürgerInnen über ihre rechtliche Lage zu informieren damit sie ihre Rechte auch leben können. An den Bürgermeister und Gemeinderat adressiert, liefert er eine umfangreiche Berichterstattung über die aktuelle Menschenrechtslage in Graz. Zentrales Problem in unserer Stadt ist nach wie vor Diskriminierung aus rassistischen Motiven, Fremdenfeindlichkeit und aufgrund der Religion und Weltanschauung sowie aufgrund des Geschlechts. Auch in den Bereichen Kinder-, Jugend- und Frauenrechten besteht Handlungsbedarf. Mit dem Bericht wurden folglich 39 Empfehlungen zur Verbesserung der menschenrechtlichen Situation an den Gemeinderat abgegeben. Diese wurden dann bei der Gemeinderatssitzung im November vom Gemeinderat zur Kenntnis genommen.

Kindern und Jugendlichen geht es gut, es könnte ihnen aber auch besser gehen

Der Menschenrechtsbeirat ist nur mäßig mit der Umsetzung von Kinder- und Jugendrechten zufrieden. Durchaus berechtigt, wenn man bedenkt, dass Minderjährige viel zu selten die Chance bekommen ihre persönlichen Anliegen öffentlich zu äußern. Mitgliedern des Kinderparlaments wird etwa nicht ausreichend viel Aufmerksamkeit geschenkt, bei jugendrelevanten Themen wie Bildung oder Sport haben sie leider wenig mitzureden.

Obwohl Erziehung in den meisten Familien scheinbar einwandfrei funktioniert, sind Kinder und Jugendliche erstaunlich oft Opfer seelischer sowie sexueller Gewalt. Da es zu wenig Maßnahmen zur Betreuung von jugendlichen Gewaltopfern gibt, stellt sich die Frage, wie Kinder dringend anfällige Behandlungen bekommen sollen.

Das Budget ist eindeutig zu knapp, nicht nur Schulen klagen über die geringen Subventionen vom Staat mit denen entsprechende Rahmenbedingungen zum Lernen geschaffen werden können.
Auch soziale Projekte sind aufgrund anfallender Kosten nur schwer durchsetzbar. Das obwohl Jugendbeschäftigungsprogramme das soziale Befinden Jugendlicher positiv beeinflussen können.

Jung sein heißt benachteiligt sein…

Meiner Meinung nach wird bei Kindern und Jugendlichen am falschen Fleck eingespart. Als Minderheit in unserer Gesellschaft wird unsere Meinung bei Entscheidungen kaum berücksichtigt. Kein Wunder, dass man als Kind für Erwachsene schnell einmal unerzogen oder sogar verkommen wirkt, wenn man sich ständig mit dem Frust nicht gehört zu werden herum schlägt. Es hängt doch alles zusammen: Würden Schulen mehr Geld erhalten, würde so manche/r Schüler/in vielleicht öfters gerne einmal wieder in die Schule gehen, weil dann in den WC’ s ausreichend Klopapier und Seife oder das nötige Material für den BE-Unterricht vorhanden wäre. Wenn uns Jugendlichen dann noch mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden würde, könnten wir leichter eine eigene Meinung bilden und würden eine genauere Vorstellung von unseren zukünftigen Zielen haben. Wie sich jeder selbst denken kann, sinkt schließlich mit einem geregelten Einkommen dann noch die Kriminalität, was mich wieder zurück zum heiklen Thema Finanzierung bringt. Unser Budget ist zu klein, bleibt nur zu hoffen dass es in Zukunft erhöht wird, um uns einiges an Unannehmlichkeiten zu ersparen.

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